Aufnahme

 

Aufnahmeverfahren

 

 

Voraussetzungen für die Aufnahme sind:

 

-   Abklärung der Diagnostik,

     psychologisches oder kinderpsychologisches Gutachten

-   möglichst umfassende anamnestische Informationen

-   Bereitschaft der Bezugspersonen zur Kooperation mit dem Heim

 

 

Die Anfrage zur Aufnahme der Kinder kommt in der Regel von den Jugendämtern. Die Kinder haben oft einen Aufenthalt in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie zur Abklärung der Diagnose hinter sich, oder die Notwendigkeit der heilpädagogischen Betreuung wurde von ambulanten Psychiatern oder Psychologen festgestellt.

Meistens kamen die hilfesuchenden Erziehungspersonen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, und die vorausgegangenen Hilfen erwiesen sich als unzureichend. Die kindlichen Defizite emotionaler, sozialer und kognitiver Art gehen oft auf mangelhafte und schädigende frühkindliche Entwicklungsbedingungen zurück.

 

Manche Kinder sind tiefgreifend traumatisiert durch Gewalterfahrungen bzw sexuellen Mißbrauch. Unverarbeitete Ängste führten zu Blockierungen ihrer Erlebnis- und Handlungsfähigkeit und damit oft auch ihrer schulischen Lernfähigkeit.

Den Kindern fehlen meist klare Handlungsmuster und Wertorientierungen.

 

Aus der Biographie der Kinder wird oft deutlich, in welcher Weise schon in früher Kindheit emo- tionale Annahme, elterliches Resonanzverhalten, Wertschätzung, Zuverlässigkeit und Geborgen- heit fehlten. Aufgrund eigener unverarbeiteter Probleme waren die Eltern oft mit dem Schutz und der Erziehung ihrer Kinder überfordert, so dass physische und psychische Verletzungen und vielfältige Defizite die Folge waren. Das durch vielfältige Faktoren beeinträchtigte Familiensystem führte bei den Kindern zu dysfunktionalen Verhaltensstrategien. Aggressive Durchbrüche, motorische Unruhe, Konzentrationsschwäche, Tics und Selbstverletzungen, Lügen, Stehlen und Weglaufen oder auffällige Dissoziationen können Ausdruck der Not dieser Kinder sein.

Ihre Störung begreifen wir als Hilferuf.

 

Der Prozess der Aufnahme ist so strukturiert, dass Eltern und Kind Zeit haben, das Heim und zwei pädagogische Mitarbeiter/ Mitarbeiterinnen vorher kennen zu lernen. Der Rahmen für die künftige Zusammenarbeit mit den Eltern wird geklärt.